put your blog into it.

apfel z. und nochmal von vorn. die augen brannten und der kopf drohte auf der vergilbten tastatur aufzuschlagen. ich musste mögliche beweise meines aktuellen befindens in der form von unschönen tastenaufdrücken auf der backe vermeiden. ich stand auf. in der hand die leere, jedoch noch warme kaffetasse. mein körper war längst abhängig und immun gegen den braunen trank. mein kopf suchte nach alternativen, so gut er konnte. gymnastik. ein purzelbaum. aufs dach klettern und frische luft schnappen. das gesamte treppenhaus einmal hoch und runter rennen. denk nach! denk nach! man muss doch irgendwie wach werden können, ohne sich großartig bewegen zu müssen. ich entschied mich dann für alternative fünf. kaffee. im gang dieses lied. es schallte durch die glastür. dahinter die britische fotografin. sie war neu. und ich verstand kein wort von ihrem breiten kauderwelsch. weiter zur kaffeemaschine. die kanne war leer. schon wieder. alle anderen ebenfalls immun. während der frische kaffee durch die maschine blubberte und der duft schon erste abhängige anlockte, stand ich auf der dachterasse und schaute gen himmel. da oben im dunkeln die leuchtend runde kugel. dein treuer freund in der ferne nähe. der fernsehturm. gedämpft im hintergrund. dieses lied.

auf dem weg nach unten. im aufzug, wie immer. das aufsetzen der kopfhörer. mein ritual, wie immer. der empfang ist schon nicht mehr besetzt. ja genau, wie immer. die tür geht hinter mir zu. ich stehe auf dem asphalt. freue mich auf mein bett. hoffe, einen sitzplatz in der straßenbahn ergattern zu können. der nasse boden wird von allen seiten farbig beleuchtet. in ihm spiegeln sich die vorbeiziehenden passanten. jeder für sich. jeder in eile. ich drücke auf play und mache den ersten schritt. in meinem ohr. dieses lied. die sprachbarriere überwunden. ich eile zur haltestelle. bin spät dran. komm nicht vorran. zu viel gegenverkehr. zu viele einzelkämpfer. ich springe auf die einbahnstraße, über die gleise, husche vor einer sich nähernden straßenbahn durch parkende autos auf die andere seite. da steh ich nun. eingekeilt zwischen motorhaube, kofferraum und stromkasten. vorrausschauend laufen scheint auch heute nicht zu meinen herausragenden eigenschaften zu zählen. ich zwänge mich durch die schmale lücke. dann bleibt ein teil von mir hängen. an drei kleinen schlichten schwarzen sticker. ich kann meine augen nicht abwenden, bin fasziniert. nie hätte ich sie wahrgenommen in der dunkelheit, aber jetzt steh ich direkt davor. auf dem oberen steht put your heart into it. in weisser schrift. darunter nochmal der gleiche. und nocheinmal. aber diese beiden sind anders. jemand anderes war schon vor mir hier und hat spuren auf ihnen hinterlassen. ein paar schwarze striche nur. durchgestrichene buchstaben. put your art into it. ist da nun zu lesen. darunter put your ear into it. meine straßenbahn fährt ohne mich los. ich lächle. und laufe heim. den ganzen weg. in meinem ohr, dieses lied. vor meinen augen, berlin.

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willkommen vor meinem digitalen stromkasten. draufgeklebt wird ab nun , woran ich hängen bleibe.

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